BERLIN, 20.11.05 (rsn) - Die Rollenverteilung
beim neuen Milram- Team, das mit Erik Zabel und
Alessandro Petacchi gleich zwei ehrgeizige Topsprinter
unter einen Hut bringen muss, könnte beim
italienisch- deutschen Rennstall noch für reichlich Zoff sorgen.
Bisher galt als eine primäre Geschäftsgrundlage bei Milram,
dass Erik Zabel bei der Tour de France
die Hauptrolle spielt, während sich Petacchi
auf den Giro konzentriert.
Doch nun muss Zabel, der
T-Mobile verließ,
weil er nicht für die Frankreich-Rundfahrt
nominiert wurde, doch wieder um
seine Rolle beim wichtigsten Rennen
der Welt bangen: Alessandro Petacchi
liebäugelt mit
einem Tour de France-Start.
"Der Giro ist zu schwer.
Für Sprinter gibt es nur fünf Etappen.
Ich werde jetzt neu nachdenken
und mir nochmal den Kurs der Tour
anschauen. Ich denke über eine
Änderung meines Programmes nach:
Tour statt Giro", sagte Petacchi
vergangene Woche nach der offiziellen
Vorstellung des 89.Giro d'Italia (6. bis 28.Mai 2006)
in Mailand. Der ligurische Sprinter-Star
gewann beim letzten Giro vier Etappen,
bei der Spanien-Rundfahrt im
September feierte er fünf Tagessiege.
Die Tour de France ließ der
31-Jährige in der abgelaufenen Saison aus.
"Petacchi und ich hatten die Wahl; wären wir der Situation nicht gewachsen oder
könnten es uns nicht vorstellen, gemeinsam in einem Team Pro-Tour-Rennen zu bestreiten,
in diesem Fall hätten wir natürlich einen anderen Weg suchen und andere Mannschaften
finden müssen", sagte Zabel zu der Situation
in einem Interview mit RADSPORT-NEWS.COM.
Spannend wird die Frage der Kapitänsrolle
bereits zu Saisonbeginn.
Mailand-San Remo sei "ein interessantes Thema für uns beide",
meint Zabel.
Klar sei, dass "wir im Frühjahr mit einer Spitze auf die letzten 1.000 Meter gehen (werden)",
so der Berliner.
Bisher kämpften
Zabel und Petacchi auf den allerletzten Metern
vor der Ziellinie um den Sieg.
Künftig werden sie das wohl bereits vor dem
Startschuss machen müssen.
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