MADRID, 21.11.05 (dpa) -
Für den unter Dopingverdacht stehenden Gewinner der
Spanien-Rundfahrt, Roberto Heras, hat die schwerste und
vielleicht letzte Etappe
seiner Radsport-Karriere begonnen. In Speziallabors in Madrid wurde am
Montag die Gegenprobe im Dopingtest vorgenommen. Wenn das positive
Ergebnis des ersten Tests von vor zwei Wochen bestätigt wird, droht
dem Fahrer des Liberty Seguros-Rennstall nicht nur eine zweijährige
Sperre, sondern auch eine Aberkennung des Sieges bei der Vuelta 2005.
Der 31 Jahre alte Rekordsieger der Spanien-Rundfahrt war auf der
vorletzten Etappe der diesjährigen Vuelta auf das Blutdopingmittel
EPO positiv getestet worden. Derselbe Befund in der B-Probe würde für
Heras, der seine Unschuld beteuert, wohl das Karriere-Ende bedeuten.
Dritter Fall bei Liberty
Das spanische Liberty-Team von Manolo Saiz ist
bereits zum dritten Mal in diesem Jahr
in eine Dopingaffäre verwickelt:
Der Portugiese Nuno Ribeiro
war beim Giro d'Italia
wegen eines erhöhten Hämatokritwertes,
der auf EPO-Doping hinweist,
ausgeschlossen worden. Der
Spanier Isidro Nozal musste bei der französischen Dauphiné Libéré
aus dem gleichen Grund die Heimreise antreten.
Sein Anwalt José María Buxeda betonte bei der Öffnung der B-Probe:
«Ich hoffe, dass dieser Test die Unschuld von Roberto Heras beweisen
wird. Dies wird ein langes Verfahren werden. Es wird einige Zeit
dauern, bis man das definitive Ergebnis kennt.» Nach Presseberichten
dürfte das Resultat der B-Probe frühestens am Mittwoch feststehen.
Bei der B-Probe steht indirekt auch die Methode des Nachweises von
EPO auf dem Spiel. In der Vergangenheit hatte es bei diesem Mittel
mehrfach Unstimmigkeiten und Zweifel an der Zuverlässigkeit des
Nachweises gegeben. Heras schaltete bei der Öffnung der B-Probe den
italienischen Chemiker und Dopingexperten Giuseppe Pierraccini von
der Universität Florenz ein.