BERLIN, 11.12.05 (dpa) -
Der zum Jahresende offiziell scheidende T-
Mobile-Manager Walter Godefroot (62) hat kritisiert, dass der Bonner
Radrennstall ausschließlich auf Jan Ullrich ausgerichtet sei. «Alles
war schon in diesem Jahr ausschließlich auf Ullrich fokussiert, und
in der nächsten Saison wird das noch mehr der Fall sein. Mit dieser
eingeschlagenen Richtung bin ich nicht mehr zurechtgekommen», sagte
Godefroot in einem Interview mit dem belgischen «Sport Magazine».
Der Belgier war in der Vergangenheit der einzige im engeren Umfeld
des Tour-Siegers von 1997, der es wagte, Ullrich öffentlich zu
kritisieren. «Die Dinge mit Jan waren nicht immer einfach. Er wollte
nur eine Sache, in Ruhe gelassen werden», meinte Godefroot. Im
kommenden Jahr macht er auch deshalb für Olaf Ludwig Platz, weil sein
Intimfeind Rudy Pevenage wieder ins Team integriert wurde und vom
«persönlichen Ullrich-Betreuer» zum sportlichen Leiter aufrückte.
Laut Godefroot sei es «nicht schlecht, dass Pevenage jetzt die
volle Verantwortung über Ullrich» trage. «Dann kann er niemand
anderes verurteilen, wenn Jan in der Tour scheitert». Sein Nachfolger
Ludwig sagte: «Ich weiß nicht genau, wie Godefroot seine Kritik
meint. Natürlich ist bei der Tour bei uns alles auf Ullrich
ausgerichtet. Aber wir haben natürlich noch andere Saisonziele, die
wegen der überragenden Bedeutung der Tour in der Öffentlichkeit nur
nicht so wahrgenommen werden.»
Der am 2. Dezember 32 Jahre alt gewordene Ullrich trainiert seit
Monatsbeginn bis Weihnachten mit einigen Teamkollegen in Südafrika.
Seit vergangener Woche leitet Pevenage das Training, an dem auch
Andreas Klöden teilnimmt. Schon in Südafrika soll sich laut Pevenage
der Kern des neunköpfigen T-Mobile-Tour-Teams mit Ullrich, Klöden und
den Neulingen Michael Rogers (Australien), Sergej Hontchar (Ukraine)
und Eddy Mazzoleni (Italien) herauskristallisieren.
Druckversion
Artikel versenden
Feedback