BERLIN, 25.10.05 (dpa/ost) -
Er hat in der DDR nie die große Popularität
eines Gustav-Adolf «Täve» Schur oder Olaf Ludwig erreicht. Trotzdem
schrieb Bernd Drogan wie seine Mitstreiter Sportgeschichte. Nach
einer 45 Kilometer langen Alleinfahrt siegte der aus Döbern stammende
Radsportler im englischen Goodwood vor Francis Vermaelen (Belgien)
1982 und holte den Weltmeistertitel der Amateure auf der Straße. Am
Mittwoch feiert Drogan seinen 50. Geburtstag.
«Der Radsport hat hohes Durchsetzungsvermögen erfordert. Ich habe
beruflich und geschäftlich schon einige Tiefschläge erlitten und wäre
ohne den Sport wohl manches Mal zu Boden gegangen», sagte Drogan. Der
Diplom-Sportlehrer arbeitet nach einem Intermezzo als
Sportartikelhändler seit drei Jahren in Cottbus als Landestrainer
beim Brandenburgischen Radsport-Verband: «Radsport wie eine Sucht. Du
kommst nicht davon los. Drei Viertel meines Lebens waren vom Radsport
geprägt». 1986 beendete Drogan seine erfolgreiche Karriere.
In Valkenburg/Niederlande stand er 1979 als WM-Dritter erstmals
auf dem Treppchen. Zuvor hatte der Schützling von Trainer Eberhard
Pöschke drei Etappen der Friedensfahrt sowie mit dem DDR-Vierer den
Weltmeistertitel im 100-km-Mannschaftsfahren gewonnen. 1979 wurde der
für den SC Cottbus fahrende Lausitzer erstmals zum Sportler des
Jahres in der DDR gewählt, was sich nach seinem WM-Triumph 1982
wiederholte.
Olympia-Gold blieb Drogan dagegen verwehrt: 1980 bei den Spielen
in Moskau gewann er im 100-km-Mannschaftsfahren mit dem DDR-Vierer
mit Falk Boden, Hans Joachim Hartnick und Ludwig die Silbermedaille,
1984 machte ihm der Boykott einen Strich durch die Rechnung.
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