SANTIAGO DE CHILE, 21.02.05 (rsn) -
Mit einem Rundstreckenrennen in der Metropole Santiago ist am Sonntag die neunte Auflage der Vuelta Lider in Chile zu Ende gegangen. Die Hatz am Nationalstadion war eine Art Schlussspurt der knapp 1700 Kilometer langen Etappenfahrt, die zehn Tage zuvor auf der Insel Chiloé begonnen hatte. Auch für das deutsche Team Akud Arnolds Sicherheit - der einzigen europäischen Mannschaft - waren zur Mittagsstunde 20 Runden á 4 Kilometer zurückzulegen.
Die traditionsreiche, aber ziemlich heruntergekommene Fußballarena war übrigens nicht nur die Kulisse für das internationale Rad-Peloton, sondern auch für zahllose Breitensportler. Aerobic, Basketball, Tischtennis, Jazzdance und Volleyball: In dem weitläufigen Areal treffen sich sonntags die - zumeist jungen - Sportfreaks der Hauptstadt, um sich fit zu halten und gemeinsam Spaß zu haben. Das Radrennen war da nur ein Randaspekt.
Tempohatz auf dem Rundkurs von Santiago.
Foto: Heidegger
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Für zwei chilenische Mannschaften hatte es allerdings eine enorme Bedeutung: für das Radteam aus Curico und für die semiprofessionelle Equipe Lider. Aus Curico kommt nämlich der Bahnsprinter Arturo Corvalan, der in Santiago zu seinem dritten Etappensiegt spurtete. Und das Team Lider hatte so oder so Grund zur Freude: Es brachte seinen Gesamtleader Edgardo Simon heil ins Ziel und durfte sich auch über souveräne Siege in der Mannschafts-, Berg- und Sprintwertung freuen. Der Argentinier Simon hat die Vuelta Lider damit schon dreimal gewonnen.
Die Akud-Truppe hat unterdessen Zuwachs bekommen: Gregor Willwohl, der die Vuelta verletzungsbedingt hatte aufgeben müssen, ist in Santiago wieder zu seinem Team gestoßen. Seinen sechstägigen Aufenthalt in einer Vulkantherme in Pucon hat er sichtlich genossen, er ist wieder fit, und auch die nächtliche Busfahrt nach Santiago - 700 Kilometer in zehn Stunden - hat ihm nicht zugesetzt. "Alles kein Problem", sagt der Berliner, "in den Überlandbussen hat man mehr Platz als im Flugzeug".
Nun geht's für Willwohl und seine Kollegen Timo Scholz, Marco Düchting, Udo Müller und Artur Gajek (Hendrik Werner musste mit gebrochenem Schlüsselbein nach Deutschland zurückkehren) zum Höhentrainingslager in die Atacama-Wüste im Norden Chiles. Erst ein Etappenrennen, dann Training auf 2000 bis 3000 Meter Höhe: Diese Kombination hat Akud auf die Südhalbkugel gelockt. Eingefädelt hat den Trip der fränkische Chile-Insider Thomas Schubhard, der auch die mitgereisten deutschen Journalisten tatkräftig unterstützt hat. Deshalb an dieser Stelle: Muchas Gracias! Und: Adios, Chile. (kh)
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