Urban für WM qualifiziert
"In St. Wendel unter die ersten Zehn"
BERLIN, 06.12.04 (rsn) - Der Deutsche Meister im Querfeldein,
Malte Urban, hat am Sonntag mit einem 16.Platz beim Weltcup in Wetzikon
als bisher einziger BDR-Fahrer die WM-Norm geschafft.
"Jetzt kann ich mich in Ruhe auf die Cross-WM in St. Wendel vorbereiten",
sagt der 29-Jährige vom Stevens-Team, der nach
einem mißglückten Saisonstart jetzt richtig Tritt fand und
große Ziele hat.
MALTE URBAN Foto: Roth
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Nach den Nominierungskriterien des BDR muss ein Fahrer
bei Weltcup-Rennen zwei Mal unter
die ersten 25 kommen oder einmal unter die ersten 20,
um einen Startplatz bei der Cross-WM sicher zu haben.
Urban, der wegen verschiedener Erkrankungen
erst mit mehrwöchiger Verspätung
und mit Trainingsrückstand in
die Cross-Saison starten konnte, gelang die
WM-Norm beim zweiten Start. Beim Weltcup im holländischen
Pijnacker im November fuhr er nach Materialpech auf den 26. Platz. Das Rennen
im belgischen Koksijde vor einer Woche sagte er wegen
einer Erkältung kurzfristig ab. "Die Absage war zwar sehr ärgerlich,
aber es war das einzig richtige. Ich hatte Sorge,
dass ich wieder eine Krankheit verschleppe.
Bei solchen Rennen macht ein Start keinen Sinn,
wenn man nicht gesundheitlich topfit ist",
sagt Urban. Er kurierte sich aus und fuhr nun eine Woche darauf
in der Schweiz auf Platz 16 -
seine beste Weltcup-Platzierung.
"Ich freue mich, dass es jetzt schon mit der
der WM-Norm geklappt hat. Ich kann jetzt
mit mehr Ruhe die weitere Saison in Angriff nehmen",
sagt Urban mit wenig Euphorie in der Stimme.
Das liegt daran, dass er die WM-Qualifizierung einfach von sich erwartete.
"Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich die Norm erreiche,
wenn ich gesund bin. Mein Anspruch kann nicht sein, an
der WM nur teilzunehmen", sagt Urban,
der es als Herausforderung empfand,
als er im vorigen Jahr nach dem Aus des Coast-Rennstalls
seine Karriere als Straßenprofi beenden musste.
Er besann sich auf seine Anfänge im Cross-Bereich,
in dem er als Nachwuchsfahrer sehr erfolgreich war.
Bei den Querfeldein-Weltmeisterschaften in St.Wendel
Ende Januar wird Malte Urban bei den Profis
als aussichtsreicher deutscher
Fahrer starten.
"Das Ergebnis von Wetzikon darf man nicht überbewerten.
Platz 16 ist ja nicht Platz 6.
Aber immerhin habe ich mal angedeutet,
dass meine Ziele kein leeres Gerede sind",
sagt Urban. Bei der WM will er "unter
die ersten Zehn, egal wie."
Der Kurs des WM-Rennens im Saarland ist so
wie der von Wetzikon sehr schnell. Athletik
ist hier mehr gefragt als Technik. Das liegt Urban. "Von Platz 16 auf Platz 10 ist es
ja nicht so weit, dass das Ziel unrealistisch wäre. Ich bin mir sicher,
dass ich in St. Wendel unter
die ersten Zehn kommen kann", sagt Urban.
Für den kümmernden deutschen Cross-Sport,
der bei Weltmeisterschaften in den letzten Jahren
selten auch nur einen unter die ersten 20 brachte,
wäre das ein fast schon sensationelles Ergebnis.
Bisher ist Urban der einzige,
der die WM-Norm des BDR erreichte.
Es ist auch ganz gut möglich, dass er
der einzige bleibt und sonst niemand aus dem Elite-Bereich
die geforderten Weltcup-Platzierungen erreicht.
Dennoch plädiert Urban dafür, dass
der BDR seine vier Startplätze für
St.Wendel so oder so ausschöpft: "Es wäre
Wahnsinn, wenn die WM-Plätze frei blieben,
zumal für den Verband ja keine Reisekosten
anfallen", sagt Urban und denkt
dabei an seine Rennfahrerkollegen ("Der Aufwand im Cross
ist heute fast so groß wie im Straßenbereich") -
aber er denkt auch an sich: "Ein richtiger Teamgeist kann alle in
der Mannschaft über sich hinauswachsen lassen.
Ich erinnere mich noch immer gern an meine erste WM als Elitefahrer
1997 in München, wo eine super Stimmung herrschte.
Das gibt einem einen enormen Aufwind."
Nächster Start für Urban ist der
Cross-Weltcup in Mailand an diesem Mittwoch.
"Ich kann locker ohne Druck an den Start gehen.
Mein Ziel ist es, das Ergebnis
von Wetzikon zu bestätigen",
sagt Urban, der ein volles Programm
hat in den nächsten zwei Monaten.
Nach zahlreichen Rennen - auch über
Weihnachten und Neujahr -
folgt die Deutsche Meisterschaft in Kleinmachnow,
wo er seinen Titel verteidigen will.
Ende Januar dann der Saisonhöhepunkt, die WM im eigenen Land. "Darauf
ist jetzt alles ausgerichtet", sagt Urban.
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