Saison beendet
Ullrich sagt auch WM-Straßenrennen ab
BARDOLINO, 29.09.04 (rsn/dpa) -
Jan Ullrich, der wegen Magenproblemen seinen Start beim WM-Zeitfahren abgesagt hat,
wird erwartungsgemäß auch am Sonntag beim Straßenrennen in Verona
nicht antreten. "Er ist noch zu schwach",
sagte am Mittwoch Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage.

Ullrich: Wieder ein schwarzes Jahr
Foto: Roth
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"Jan wird nicht am Sonntag starten.
Es ist einfach unmöglich",
sagte Pevenage. Der zweifache Zeitfahr-Weltmeister,
dessen offizielle Entscheidung
am Mittwochnachmittag erwartet wurde,
hatte aufgrund von Magenproblemen
seinen Start beim Zeitfahren am Mittwoch
Anfang der Woche abgesagt. Ullrich litt seit einigen Tagen unter
Erbrechen und Durchfall.
Bereits beim GP Beghelli
am Sonntag musste Ullrich wegen der
Beschwerden auf seinen Start verzichten.
"Der Magen- Darm-Virus wird mir noch die ganze Woche zu schaffen
machen. Ich liege den gesamten Tag lang. Ich bin super-frustriert und
am Boden, dass ich mir die WM jetzt im Fernsehen anschauen muss. So
wollte ich die Saison nicht beenden. Aber der Virus passt zum Verlauf
des gesamten Jahres. Der Sieg bei der Tour de Suisse war mein
Highlight, nachdem Tour de France und WM in die Hose gegangen sind",
sagte Ullrich am Mittwoch in einer Fernseh-Schaltung aus seinem Haus
in Scherzingen am Bodensee. Ullrich versprach für 2005: "Neues Jahr -
Neues Glück".
"Die Erkrankung erwies sich als zu hartnäckig. In seinem
geschwächten Zustand kann er kein 265 Kilometer langes Rennen
bestreiten", hatte am Mittwoch Professor Andreas Schmid von der Uni-
Klinik Freiburg mitgeteilt. Markus Fothen (Kaarst) vom Team Gerolsteiner
ersetzt den T-Mobile-Kapitän am Sonntag im zwölfköpfigen deutschen
WM-Aufgebot.
In Italien hatte
Ullrich in der letzten Woche starke Form gezeigt.
Er gewann die Coppa Sabatini
und war Dritter bei der Latien-Rundfahrt,
Fünfter in Emilien
am Samstag.
Alles schien darauf hinzudeuten, dass
Ullrich seine vermurkste Saison
2004, in der er bei Tour de France
und Olympischen Spielen hinter
den Erwartungen zurückgeblieben war,
mit einer starken Straßen-Weltmeisterschaft
retten kann.
Bei der Bilanz der enttäuschend verlaufenen Saison, in der
Ullrich fünf Siege landete, darunter der Gesamtsieg bei der Tour
de Suisse, hielt sich sein persönlicher Betreuer Rudy Pevenage am Mittwoch zurück: "Es wäre zu
hart zu sagen, 2004 war seine schlechteste Saison nach 2002." Vor
zwei Jahren konnte Ullrich wegen einer Knie-Verletzung und einer
Dopingsperre nur ein Rennen im Januar bestreiten.
In diesem Jahr brachte es der 30-Jährige immerhin auf rund drei
Wettkampf-Monate. Im Juli blieb ihm nur Rang vier bei der Tour de
France hinter Rekordsieger Lance Armstrong. Eine Bronchitis hatte ihn
gehandicapt. Die Olympischen Spiele verpatzte er mit Rang 19 im
Straßenrennen, Platz sieben in seiner Spezial-Disziplin, dem
Zeitfahren - und machte in der Boulevardpresse ("Volle Pulle Ulle") Schlagzeilen als .
partyfeiernder Olympia-Tourist.
2005 soll alles besser werden. Schon jetzt gibt es - alle Jahre
wieder - zahlreiche Versprechungen. "Unser Ziel ist noch ein Mal der
Toursieg. Ich weiß, dass er es schaffen kann", sagte Pevenage, der
sich in der kommenden Wochen mit Ullrich zusammensetzen und den
Aufbau der kommenden Saison planen wird: "Im Oktober geht er mit
seiner Familie in Urlaub, ab November soll er mit leichtem Training
ohne Rad beginnen. Im Dezember fährt er vielleicht mit einer T-
Mobile-Trainingsgruppe zur Vorbereitung nach Südafrika."
Dort hat Ullrich in der Vergangenheit
nicht nur trainiert...
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