PARIS, 28.10.04 (rsn) - Die Tour de France 2005
könnte das Ende der Ära Lance Armstrong einläuten.
Der Kurs der nächsten "großen Schleife",
der am Donnerstag in Paris offiziell vorgestellt
wurde, ist nicht für den sechsfachen Toursieger gemacht.
Noch nie unter der Ägide von Renndirektor Jean-Marie Leblanc
gab es so wenig Zeitfahrkilometer.
Deutsche Fans können sich auf die 7. und 8.Etappe
freuen, wenn die Tour einen 178km langen Abstecher nach Deutschland macht.
Foto: Roth
Die nächste "Große Schleife"
beginnt am 2. Juli
mit einem 19km langen Zeitfahren
auf der Atlantik-Urlaubsinsel
Noirmoutier in Westfrankreich und
endet drei Wochen später am 24.Juli traditionell auf
den Pariser Champs Elysées.
Die Rennfahrer erwartet gut 3500 Kilometer in 21 Etappen.
Es wird drei Bergankünfte geben,
eine in den Alpen (Courchevel),
zwei in den Pyrenäen (Ax-3 Domaines und Saint-Lary-Soulan).
Daneben wird der Kurs
durch die Mittelgebirge der Vogesen
und des Zentralmassivs führen.
Das einzige große Zeitfahren
findet am vorletzten Tag
in Saint-Etienne
auf einem welligen und anspruchsvollen Kurs statt.
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Nach dem Auftakt mit
zwei Etappen in der Vendée
geht es ins Tal der Loire.
Am 5.Tag steht
mit dem Teamzeitfahren zwischen Tours
und Blois das erste Highlight
auf dem Programm.
Bei dem Mannschaftszeitfahren wird
das umstrittene neue Reglement
mit den Zeitdeckelungen beibehalten.
Weiter geht es dann Richtung
Osten über Troyes und Nancy
nach Deutschland, wo
die Frankreich-Rundfahrt
erstmals seit 2002 wieder
zu Gast ist.
Die 7.Etappe
am 8.Juli führt von Luneville nach Karlsruhe (225km).
Tags darauf beginnt die Etappe in
Pforzheim. Beide Städte waren bereits 1987
Tour-Etappenorte.
Stimmen
Ivan Basso, Tourdritter 2004:
"Ich denke, dass der Favorit nächstes Jahr wieder
Lance sein wird, einfach,
weil er immer noch sehr stark ist.
Allerdings hoffe ich, dass ich nächstes
Jahr noch ein bißchen stärker sein werde."
Rudy Pevenage, Ullrich-Betreuer: "Wie immer sehr anspruchsvoll. Das lange
Zeitfahren zu Beginn und
der Deutschland-Abstecher sprechen für Jan."
Hans-Michael Holczer, Gerolsteiner-
Manager: "In den Pyrenäen hat die Strecke wieder einige
Sägezähne. Das Profil erscheint schwer."
"Ich hoffe, die UCI ist ein gutes Mädchen und bestraft uns nicht."
Jean-Marie Leblanc zu dem Umstand, dass die 92.Tour
etwas länger ist als das eigentlich vom internationalen Radsportverband vorgeschriebene Limit
von 3500 Kilometern.
Laurent Jalabert, Ex-Profi und TV-Kommentator:
"Die nächste Tour ist etwas für komplette Fahrer,
etwa für einen Mann wie (Alexander) Vinokourov.
Offensive Allrounder wie er werden die besten Chancen haben."
Eddy Merckx: "Die Tour 2004 war schwerer.
Es gibt weniger Zeitfahren und die Berge sind auch
weniger hart. Das Rennen dürfte offener werden.
Trotzdem: Ein Armstrong in
der Form von letztem Jahr ist nicht zu schlagen.
Ich sehe jedenfalls derzeit keinen, der
das schaffen könnte."
Christel Augenstein, Oberbürgermeisterin von Pforzheim:
"Wir haben die Chance, uns als Stadt einem Millionenpublikum
weltweit zu präsentieren."
"Wir kommen gerne nach Deutschland, denn dort ist das
Zuschauer-Interesse immer sehr groß", sagte Tour-Chef
Leblanc.
Karlsruhe kostet das Tour-Gastspiel 250.000
Euro.
"Jeder Euro, der in die Tour investiert wird, kommt
zehnfach wieder zurück, meinte Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz
Fenrich. "Wir wollen uns mit Freiburg und Saarbrücken messen,
wo 2002 eine Million Menschen an der Strecke standen."
In den Vogesen wird nächstes Jahr wieder
der 1.171m hohe Ballon d'Alsace (9.Etappe) gefahren - 100 Jahre
nachdem der Berg zum ersten Mal
bei der Tour im Programm war.
Nach dieser ersten Bergetappe
folgt ein Transfer per Flugzeug
nach Grenoble, wo
der erste Ruhetag verbracht wird.
In den Alpen bilden Cormet de Roselend (1.968m)
und der Schlussanstieg nach Courchevel (2.004m)
bei der 10.Etappe und einen Tag später Madeleine und
Galibier die
härtesten Anstiege.
Der 2645m hohe Galibier,
der von der schwersten Seite aus erklommen wird,
bildet das "Dach" der Tour.
Nach einer schnellen Übergangsetappe
in Südfrankreich (Montpellier)
geht es in die Pyrenäen.
Zwei Bergankünfte erwarten
die Rennfahrer dort.
Die 14.Etappe, die über
den schweren Anstieg des Pailhères führt,
an dem Armstrong vor zwei Jahren
einbrach, endet
in Ax-3 Domaines.
Das 15.Teilstück ist noch schwerer
mit sechs Bergen
(Portet d'Aspet, Mente, Portillon, Peyresourde, Val Louron-Azet,
Schlussanstieg Saint-Lary-Soulan).
Nach einem weiteren Ruhetag in
Pau folgt die letzte Hochgebirgsetappe
mit dem Aubisque.
Von hier aus geht es
durchs Zentralmassiv über Saint-Etienne
Richtung Paris.
An der 92.Tour de France
werden "21 oder 22 Teams" teilnehmen,
wie Renndirektor Jean-Marie Leblanc erklärte.
Bei der Zeremonie im Pariser
Kongreß-Palais
fehlten die größten Stars:
Weder Lance Armstrong noch Jan Ullrich
hatten ihren Urlaub unterbrochen.
Auch Andreas Klöden war nicht gekommen.
Dafür saßen im Saal
Saisonsensation Damiano Cunego und sein italienischer Landsmann Ivan Basso,
der Tourdritte, Fahrer,
die hoffen die Ära
Armstrong/Ullrich
vielleicht bald schon beenden zu können.
Der 23-jährige Cunego wird nächstes Jahr sein Tourdebüt geben.