FRANKFURT/M., 23.09.04 (rsn) -
Die Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR),
Sylvia Schenk, hat die Machtprobe mit Sportdirektor
Burckhardt Bremer verloren.
Wie das BDR-Präsidium nach einer
gemeinsamen Sitzung mit Vertretern der Landesverbände in
Frankfurt/Main mitteilte, trat Frau Schenk
am Donnerstag von ihrem Amt zurück.
Bis zur Bundeshauptversammlung im März 2005 wird
Schenks Stellvertreter Fritz Ramseier das Präsidentenamt
kommissarisch ausüben.
In Kürze soll eine Findungskommission eingesetzt werden.
Über die Hintergründe des Rücktritts teilte der BDR nichts mit.
Schenk, die zuletzt im Verband isoliert war,
hatte das Präsidium
aufgefordert,
den hauptamtlichen Sportdirektor Bremer
und Bahn-Verfolger-Bundestrainer Bernd Dittert
zu entlassen.
"Wenn die Mehrheit meinen
Argumenten folgt, werde ich nicht zurücktreten, hatte Schenk in der
vorigen Woche erklärt.
Letzter Anlass, aber sicher nicht Ursache des Streits
war das Ergebnis einer Routine-Blutuntersuchung bei
Verfolger Christian Lademann.
Der Berliner Olympiastarter wies im Juni ungewöhnliche Werte auf,
die allerdings im Rahmen des
"innerhalb des vom Weltverband UCI zur Blutdoping-Bekämpfung
vorgesehenen Normbereich" lagen, wie BDR-Arzt Dr.Schumacher
erklärte. Frau Schenk sah darin dennoch
einen Dopingverdacht und warf Bremer
vor, dass er sie nicht informiert habe.
In Rennfahrerkreisen hatte es für großen Unmut gesorgt,
dass Frau Schenk Lademann ohne jeden
Beweis Doping unterstellt hatte.
Andreas Klöden sprach öffentlich
von "Rufmord" und warf Schenk "Ahnungslosigkeit" vor.