Dopingprozess in Italien
Holczer steht zu Rebellin
BRÜHL, 26.11.04 (dpa) -
Gerolsteiner-Teammanager Hans-Michael Holczer vertraut
weiter seinem in einem Doping-Prozess stehenden Mannschafts-Kapitän
Davide Rebellin. «Auch im Vier-Augen-Gespräch macht er den Eindruck,
ein reines Gewissen zu haben. Ich glaube nicht an eine Verurteilung»,
sagte Holczer am Rand des Teamtreffens der Mannschaft am
Freitag in Brühl bei Köln. Allerdings schränkte er ein: «Sollte
Davide vor dem Zivilgericht in Padua wegen Sportbetrugs doch
verurteilt werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass er weiter bei
uns fährt - auch wenn sich der entsprechende Kündigungs-Passus in
unseren Verträgen auf sportrechtliche Verurteilungen bezieht.»
Dem italienischen Radprofi wird vorgeworfen, vor und während des
Giro d'Italia 2001 von Ärzten Doping-Mittel verlangt zu haben. Dazu
äußerte sich Rebellin am Freitag erstmals in Deutschland: «Ich habe
mir nichts vorzuwerfen. Angeblich existierende Video-Aufnahmen, auf
denen ich in kompromitierender Weise zu sehen sein soll, haben weder
mein Anwalt noch ich je zu Gesicht bekommen. Ich rechne damit, dass
der Prozess so endet, wie die Sportgerichts-Verhandlung im April 2003
zu den gleichen Vorwürfen: Mit einem Freispruch.» Rebellin
kritisierte, dass er «zu den Verhandlungen noch nie vorgeladen»
worden sei. «Ich würde gerne aussagen.»
In der nächsten Verhandlung in Padua am 1. März 2005 will der
Richter, der außer gegen Rebellin gegen 17 weitere italienische
Radprofis wegen des Verdachts des Sportbetrugs verhandelt,
entscheiden, ob die von der Anklage gelieferten Video-Beweise gegen
Rebellin für eine mögliche Doping-Verurteilung herangezogen werden
dürfen.
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