BERLIN, 01.12.04 (rsn) -
Der internationale Radsportverband UCI
gab am Mittwoch die "Einigung"
mit den Veranstaltern der großen Rundfahrten über
die Zugehörigkeit zur ProTour bekannt.
Die UCI kündigte in einem Statement
an, dass Tour de France, Giro und
Vuelta, sowie andere wichtige Rennen,
die deren Organisatoren ausrichten (Mailand-San Remo, Paris-Roubaix usw.),
nun endgültig doch zum Rennkalender
der neuen ProTour zählen werden.
Die neue Topserie umfasst damit
27 Rennen. Die 19 Mannschaften,
die am Dienstag die endgültige Lizenz
bekommen hatten, "verpflichten sich,
an diesen Rennen teilzunehmen. Die Organisatoren
akzeptieren dies", beschrieb die UCI
die pragmatische Lösung,
die einen monatelangen Machtkampf zwischen verband und
den großen Veranstaltern vorerst beendet.
Die großen Veranstalter, die
auch um ihre Macht kämpfen,
lehnen jedoch weiterhin zentrale Punkte
der ProTour ab und bleiben auf Distanz.
Die Tour-Veranstalterin ASO,
Giro-Organisatorin RCS und Vuelta-Veranstalter Unipublic,
die für die elf wichtigsten Rennen (neben
den großen Rundfahrten auch etwa
Mailand-San Remo, Paris-Roubaix, Lütich-Bastogne-Lüttich oder Lombardei-Rundfahrt)
verantwortlich sind, hatten der UCI am Dienstag in einem Brief
mitgeteilt, man sehe weiter "viele, anhaltende Differenzen".
Diese betreffen zentrale Fragen der ProTour wie
etwa das sportliche Konzept (geschlossene Serie ohne Auf- und Abstieg),
Fragen der Ethik (Doping) und wirtschaftliche Fragen
(Rechte an den Rennen).
Die UCI zeigte sich "zufrieden" über die gefundene pragmatische
Lösung, die es "ermöglicht, dass die ProTour 2005
unter optimalen Bedingungen" starten kann, wie es
es in einer Erklärung hieß. Der internationale
Radsportverband räumte ein,
dass die Probleme gleichwohl noch
nicht gelöst sind. Im kommenden Jahr
soll diesbezüglich eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die
aus je vier Vertretern des Profiradsport-Rates der UCI sowie
des Rennstall-Verbandes (AIGCP)
und des Organisatorenverbandes (AIOCC) bestehen wird.