SCHWERIN, 07.12.04 (dpa/ost) -
Nein, die 1000 m will Stefan Nimke nicht mehr
fahren. Doch vom Bahnrad-Sport kann der Schweriner Olympiasieger mit
26 Jahren natürlich noch nicht lassen. Beim Weltcup an diesem
Wochenende in Los Angeles versucht sich Stefan Nimke erstmals
offiziell in seiner neue Disziplin. Der ehemalige Kilometermann gibt
sein Debüt im Sprinterlager. «Ich fahre seit 1995 die 1000 m und
wollte für den nächsten Olympia-Zyklus einfach mal was neues
probieren. Ich bin einige Sprint-Turniere immer ganz gut gefahren und
will nun mal schauen, wie weit ich mit einer speziellen Vorbereitung
komme», erklärte Nimke.
Der Entschluss zum Disziplinwechsel stand für Nimke schon länger
fest. Erstmals verkündete der Sportsoldat seine Pläne nach den
Olympischen Spielen in Athen. Dort verpasste der zweifache
Familienvater seinen größten Traum vom Gold über die 1000 m. Der
Kilometermann, in Sydney bereits mit Silber dekoriert, musste sich
nur mit Bronze zufrieden geben. Nimke mutmaßte, vier weitere Jahre
auf Olympia-Gold warten zu müssen. Aus vier Jahren wurde dann aber
nur ein Tag. In Zusammenarbeit mit Jens Fiedler (Chemnitz) und Rene
Wolff (Erfurt) raste Nimke im Teamsprint zur lang ersehnten
Goldmedaille.
Dreieinhalb Monate sind seitdem vergangenen. In der Zwischenzeit
heiratete Nimke seine Lebensgefährtin Marlen und gönnte sich eine
kurze Hochzeitsreise. Seit Oktober ist er wieder im Training. Auf
Mallorca spulte der Modellathlet eifrig Kilometer, um für den Weltcup
rechtzeitig in Form zu kommen. Seit dem 30. November bereitet er sich
im sonnigen Kalifornien auf sein Weltcup-Debüt bei den Sprintern vor.
«Das Halbfinale will ich schon erreichen», blickte Nimke voraus.
Beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sieht man die Entwicklung von
Stefan Nimke aber mit gemischten Gefühlen, da für den erfolgreichen
Schweriner kein Nachfolger in Sicht ist. «Wir unterstützen Stefan
erst mal. Aus meiner Perspektive sollte er aber nur in den nächsten
zwei Jahren auf den Sprint setzen. In Peking sehe ich ihn dann doch
eher wieder auf den 1000 m», erklärte Bundestrainer Detlef Uibel.
Beide Seiten werden das Gespräch suchen. Schließlich sollen in Peking
die Erfolge aus Athen wiederholt werden.