ATHEN, 20.12.04 (rsn) -
Die griechische Justiz hat ein strafrechtliches
Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eröffnet im Zusammenhang
mit den Umständen, die dazu führten, dass
eine Blutprobe des amerikanischen Zeitfahr-Olympiasiegers
Tyler Hamilton
nach den Spielen falsch gelagert
wurde, wodurch ein möglicher Dopingfall nicht
mehr nachgewiesen werden konnte.
Die Untersuchung soll klären,
ob die falsche Lagerung der Blutprobe
absichtlich erfolgte oder fahrlässig.
Die Griechen wollen dabei insbesondere
auch herausfinden, ob es eine
mögliche "moralische Verwicklung"
des amerikanischen Rennfahrers gab,
wie aus Athener Justiz-Quellen verlautete.
Der 33 Jahre alte Tyler Hamilton,
war kurz nach seinem Olympiasieg bei der Spanien-Rundfahrt
des Dopings mittels Bluttransfusion
überführt worden.
Wegen dieses Dopingfalls wurde er inzwischen von seinem Phonak-Rennstall entlassen
und ihm droht eine mehrjährige
Sperre durch den US-Radsportverband.
Auch bei den Spielen in Athen im August war Hamilton
in der A-Probe "positiv" gewesen.
Die Gegenprobe konnte
nicht erfolgen,
weil die Blutprobe
falsch gelagert worden war und
daher nicht mehr zur Analyse herangezogen werden konnte.
Das Internationale Olympische Komitee
(IOC) entschied daher,
dass Hamilton die Goldmedaille behalten kann,
obwohl die Umstände gegen
ihn sprechen.
Die Olympischen Komitees von
Australien und Russland
haben beim
Internationalen Sportgerichtshof
die Aberkennung von Hamitons Goldmedaille
beantragt. Im Falle
einer Disqualifizierung Hamiltons
würde Gold an den zweitplatzierten Russen
Viatchelav Ekimov gehen, Silber an den Amerikaner
Bobby Julich, Bronze
an den viertplatzierten Michael Rogers.