TORONTO, 30.09.04 (dpa) -
Richard Pound, der Chef der Internationalen
Anti-Doping-Agentur WADA, hat Zeitfahr-Olympiasieger Tyler Hamilton
(USA) attackiert und ihm Betrug bei Olympia in Athen unterstellt.
Ohne den Namen Hamilton zu nennen, sagte Pound am Donnerstag in
Toronto, ein amerikanischer Radprofi sei den Kontrolleuren durch
einen individuellen Fehler durchs Netz gegangen. Aber dafür sei er
bei der Vuelta erwischt worden, und in «den Augen der Welt ist das
keine echte Goldmedaille mehr».
Hamilton war in Athen nach seinem Zeitfahr-Sieg in der A-Probe
Blutdoping per Transfusion nachgewiesen worden. Die B-Probe war für
eine Analyse nicht mehr zu gebrauchen, weil sie tiefgefroren statt
nur gekühlt worden war.
Einen knappen Monat später ging der ehemalige Team-Kollege von
Lance Armstrong den Kontrolleuren bei der 59. Spanien-Rundfahrt
erneut ins Netz und wurde in beiden Proben überführt. Hamilton
erwartet eine zweijährige Sperre durch den USA-Verband, Olympia-Gold
durfte er wegen des Test-Fehlers aber behalten. Trotzdem arbeiten
Hamiltons Anwälte weiter daran, die neue Testmethode wissenschaftlich
zu erschüttern, damit ihr Mandant straffrei bleibt.
Die Erfolgsaussichten der Bemühungen sind aber eher gering.